LÄNGENOPTIMIERUNG LEICHT GEMACHT – GASTBEITRAG VON KARL VILLWOCK

Wenn wir uns die Golfweltrangliste ansehen, dann wird dieses Ranking von Longhittern wie Dustin Johnson, John Rahm, Rory McIlroy und Co angeführt. Der Name Cameron Champ, der seine Drives selten kürzer als 300 Meter schlägt, ist auch in aller Munde. Alle haben eines gemeinsam: eine sehr hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit.

Die Schlägerkopfgeschwindigkeit ist, gerade bei fortgeschrittenen Spielern, aber nicht immer ganz einfach zu erhöhen. Eine technische Veränderung oder der Weg ins Fitnessstudio sind oft nicht zu umgehen.

Daher soll es heute darum gehen, wie man weiter schlagen kann, OHNE die Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erhöhen.
Folgende zwei Punkte helfen uns hier, das Maximale aus unserer Schlägerkopfgeschwindigkeit herauszuholen.

 

1. Smash Factor

Um eine große Schlagweite zu erzielen, kommt es hauptsächlich auf die Ballgeschwindigkeit an. Wie wird die errechnet? Die Schlägerkopfgeschwindigkeit multipliziert mit dem so genannten „Smash Factor“ ergibt die Ballgeschwindigkeit.
Der Smash Factor, oder umgangssprachlich die Übertragungsrate, ist hauptsächlich davon abhängig, ob ein Spieler den Ball in der Mitte der Schlagfläche trifft.

 

 

Wenn der Ball mit dem Driver mittig getroffen wird, kann der Smash Factor bis zu 1,50 betragen.

 

 

 

Wenn der Ball jedoch mit der Spitze oder der Hacke des Schlägers getroffen wird, nimmt die Ballgeschwindigkeit ab, da die Übertragungsrate (Smash Factor) geringer wird. Dies geschieht hauptsächlich aus zwei Gründen: Der sogenannte Trampolin Effekt ist in der Mitte der Schlagfläche am größten. Außerdem verdreht sich bei nicht mittig getroffenen Schlägen der Schlägerkopf, wobei Energie verloren geht.

So kann es also sein, dass selbst bei langsameren Schlägerkopfgeschwindigkeiten die Geschwindigkeit des Balles höher ist. Dies wird in folgenden Diagramm verdeutlicht.

 

 

Als Beispiel: Ein Drive mit der Schlägerkopfgeschwindigkeit 97 mph, der mittig getroffen ist, hat einen hohen Smash mit 1,50. Daraus entsteht eine Ballgeschwindigkeit von 145,5 mph und eine Gesamtdistanz von etwa 265 Yards. Eine Schlägerkopfgeschwindigkeit von 100 mph, mit einem Treffer mehr zur Hacke des Schlägerkopfes, ergibt mit einem Smash von 1,40 lediglich 140 mph Ballgeschwindigkeit.

Pro 1 mph Ballgeschwindigkeit kann man etwa 2 Yards Länge gewinnen oder verlieren. Im letzten Beispiel würde der Ball also etwa 10 Yards kürzer sein, obwohl die Geschwindigkeit 3 mph höher war.

Wie kann dieser Punkt nun eigenständig und individuell trainiert werden?

Fragen Sie Ihren Pro vor Ort, ob er Ihnen ein paar sogenannte Impact-Tapes geben kann. Dies sind Aufkleber, die auf dem Schläger platziert werden und die nach dem Schlag ein Ballabdruck sichtbar werden lassen. Ein super Trainingstool. Alternativ kann auch die Schlagfläche mit Kreide eingerieben werden, sodass man nach dem Schlag einen Ballabdruck erkennen kann.

 

2. Attack Angle

Neben der optimalen Ballgeschwindigkeit ist beim Driver insbesondere auf die Abflugbedingungen zu achten. Es gilt, eine optimale Kombination aus Abflugwinkel, Ballgeschwindigkeit und Spin Rate zu kreieren.
Wir wollen hierbei den Attack Angle genauer untersuchen. Will heißen: Bewegt sich der Schlägerkopf in einer Aufwärts- oder in einer Abwärtsbewegung durch den Ball?
Je weiter sich der Schlägerkopf in der Abwärtsbewegung befindet, desto mehr Spin wird der Ball bekommen, und oftmals wird der Ball dann kürzer fliegen.

Folgende Bilder unterstreichen dies.

 

Attack Angle -3 Grad (Schlägerkopf bewegt sich also in der Abwärtsbewegung), Schlägerkopfgeschwindigkeit 95 mph -> Spin Rate 3050 rpm -> Carry 200 Meter

 

Attack Angle 0, Schlägerkopfgeschwindigkeit 95 mph -> Spin Rate 2768 rpm -> Carry 206 Meter

 

Attack Angle +3 Grad (Schlägerkopf bewegt sich also 3 Grad in der Aufwärtsbewegung), Schlägerkopfgeschwindigkeit 95 mph -> Spin Rate 2494 rpm -> Carry 212 Meter

Bei gleichbleibender Geschwindigkeit von 95 mph ist also eine Steigerung von 12 Meter Carry sehr einfach möglich.

 

Hier auch nochmal für die unterschiedlichen Schlägerkopfgeschwindigkeiten eine einfache Grafik.
Mit dem Trackman oder anderen Launch Monitoren ist dies leicht zu messen. Es gibt jedoch auch eine Möglichkeit, ohne Launchmonitor eine grobe Orientierung zu erlangen. Dazu muss eine leere Ballpackung (3er Sleeve) etwa 10 – 15 Zentimeter in Spielrichtung des Golfballes platziert werden. Wenn die Ballpackung getroffen wird, haben Sie höchstwahrscheinlich einen negativen Attack Angle. Wenn Sie die Ballpackung nicht berühren, dann sollte der Attack Angle positiv sein.

Kontaktieren Sie durchaus den Pro Ihres Vertrauens, um sicherzustellen, dass Sie das Optimum aus Ihrem Schwung rausholen.

 

Ich wünsche viel Spaß beim ausprobieren!

Karl Villwock

 

 

Kurzbiografie zum Gastautor Karl Villwock:

Karl Villwock ist seit der Saison 2019 Fully Qualified PGA Golfprofessional im Golfclub Hamburg-Holm. Karl wuchs auf der Insel Usedom auf. Bei Oliver Heuler am Fleesensee machte er seine Ausbildung. Bereits in seinem zweiten Lehrjahr wurde er Co-Landestrainer der Jungenmannschaft von Mecklenburg-Vorpommern. Während seiner Zeit in der Golf Akademie von Gregor Tilch in Berlin schloss er als jahrgangsbester Absolvent der PGA of Germany seine Ausbildung ab.

Karls Ziel ist es stets, der Quelle auf den Grund zu gehen, um den Golfschwung so leicht zu machen, wie er im professionellen Bereich aussieht.

 

 

Mit Karl Villwock im Golfclub Hamburg-Holm trainieren:

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Karl im Golfclub Hamburg-Holm besuchen:

Der Golfclub Hamburg-Holm bietet eine verkehrsgünstige Anbindung für Interessierte und Golfer aus Elmshorn, Hamburg und Norderstedt.

 

 

 

 

AUTOR: Swingworks

DATUM: 13.06.2019

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