DAS STABLEFORD SYSTEM

Die ersten Bälle fliegen schon ganz ordentlich, Golf macht Ihnen Spaß, und jetzt steht dann bald das erste Turnier an. Da gibt es Fragen über Fragen. Eine davon beschäftigt sich mit der Zählweise. Wie kann ich meine Punkte berechnen, wie viele Schläge darf ich mir an welchem Loch leisten – und warum werden Einsteigern mehr Punkte für die gleiche Schlagzahl gutgeschrieben als Spielern mit einem besseren Handicap? Und wer ist denn bitteschön dieser Stableford von dem alle Welt redet?

 

Das ist die einfachste Antwort: Dr. Gordon Stableford war Arzt und ein passionierter Golfer und entwickelte 1898 eine Zählweise, die es erlaubt, dass sich Spieler trotz unterschiedlichem Handicap doch transparent vergleichen können. Das ist aber lediglich ein Vorteil dieses Systems.

 

Stableford erhöht grundsätzlich das Tempo des Spiels. Trotten Sie mal an einem Samstagnachmittag hinter einem Vierer-Flight her, der auch nach dem jeweils zwölften Schlag noch die Puttlinie von beiden Seiten betrachten muss. Da dürfen Sie durchaus den Begriff Stableford als Tipp im Clubhaus in den Mund nehmen.

 

Danach darf, soll und muss ein Spieler an einem Loch, an dem er zwei Schläge über seinem individuellen Par (siehe Erklärung unter „Berechnung“) liegt, den Ball aufnehmen und schnurstracks sein Spiel an der nächsten Bahn fortsetzen. Das hat den durchaus angenehmen Effekt, dass Golfer am Beginn ihrer Karriere vor fürchterlich hohen Ergebnissen geschützt werden. So ein Streichresultat wird dann einfach mit null Punkten gewertet. Anders als in einem Zählspiel, etwa bei der Clubmeisterschaft, wird nicht jeder Schlag aufgelistet und verhagelt einem damit eben nicht das Gesamtergebnis.

 

Die Zählweise nach Stableford ist inzwischen in nahezu allen Amateurturnieren etabliert. Wer mag, kann sich seine Score damit auf der Runde ganz einfach ausrechnen. Haben Sie sich unterspielt, geht Ihr Handicap wieder nach oben oder sind Sie im Schonbereich geblieben?

 

Dr. Stableford klärt auf:

 

Die grundsätzliche Berechnung der erreichten Punktzahl richtet sich nach einem simplen Schema.

 

  1. Doppel-Bogey (zwei Schläge über Par oder schlechter) 0 Punkte
  2. Bogey (eins über Par): 1 Punkt
  3. Par: 2 Punkte
  4. Birdie (eins unter Par): 3 Punkte
  5. Eagle (zwei unter Par): 4 Punkte
  6. Albatros (drei unter Par): 5 Punkte

 

Nun kommt jedoch der Trick bei Stableford ins Spiel – das Par ist abhängig vom persönlichen Handicap für jeden Golfer individuell.

 

Ein Beispiel:

 

Das Par ergibt sich entsprechend der jeweiligen Spielvorgabe. Das individuelle Par des jeweiligen Spielers ist auf seiner Scorekarte nach einem einfachen mathematischen Schlüssel vermerkt. In Form von Strichen zu jedem Loch. Die Spielvorgabe sagt prinzipiell aus, wie viele Schläge einem Golfer zusätzlich gestattet sind, um eine Vergleichbarkeit mit dem Par-Wert des Platzes zu schaffen.

Zunächst werden ganzzahlige Vielfache von 18 bei einem 18-Loch-Turnier gleichmäßig auf alle Löcher verteilt. Klingt diffizil? Ist es nicht, keine Bange.

Bei Spielvorgabe 18 werden jeweils 1 Schlag, bei Spielvorgabe 36 jeweils 2 Schläge und bei Spielvorgabe 54 jeweils 3 Schläge pro Loch vorgegeben. Das schwierigste Loch trägt die Vorgabe 1 und das einfachste Loch die Vorgabe 18 auf einem 18-Loch-Kurs.

Ein Spieler mit Spielvorgabe 18,0 bekommt somit für jedes Loch einen Schlag vor. Für ihn zählt daher ein Bogey wie ein Par. Für Spieler mit Spielvorgabe 36 bedeutet ein Doppel-Bogey ein persönliches Par, weil Sie für jedes Loch 2 Schläge vor bekommen.

Die Nettopunkte nach Stableford sind dann ganz einfach nach obenstehender Auflistung zu berechnen.  Wer nach 18 Löchern 36 Stablefordpunkte erzielt hat, bestätigt sein Handicap, bei mehr als 36 Punkten wird das Handicap unterspielt, das heißt eine Verbesserung tritt ein.

 

Die Einstufung eines Spielers hängt aber auch vom Schwierigkeitsgrad eines Platzes ab. Viel Wasser, Schräglagen, eine Ansammlung von Bunkern oder schlichtweg die Länge entscheiden darüber, ob ein Golfer zusätzlich zu seiner Spielvorgabe noch weitere Schläge hinzurechnen darf. Das soll es unerfahrenen Golfern etwas leichter machen. In der Praxis hat ein Spieler mit Handicap 54 nicht selten eine Spielvorgabe von 58 Schlägen zusätzlich.

 

Noch drei Rechenbeispiele:

 

Handicap 6 (Spielvorgabe 6): Der Spieler erhält jeweils einen Schlag Vorgabe an den sechs schwersten Löchern des Platzes

Handicap 17 (Spielvorgabe 17): Der Spieler erhält jeweils einen Schlag Vorgabe an den 17 schwersten Löchern des Platzes

Handicap 22 (Spielvorgabe 22): Der Spieler erhält auf allen 18 Bahnen jeweils einen Schlag Vorgabe. Die übrigen 4 Schläge werden auf die vier Löcher mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad verteilt.

 

Zum Glück gibt es hilfreiche Tools, um seine Punkte nach einer Runde berechnen zu können – hier ein Beispiel:

 

ZUM STABLEFORD RECHNER

 

AUTOR: Swingworks

DATUM: 30.10.2018

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